Auf Einladung der Naturstiftung David fand am 6. November 2025 in Erfurt die zweite Weidewonne-Wollwerkstatt statt. Rund 50 Schäferinnen und Schäfer, Designerinnen und Designer sowie wollverarbeitende Betriebe aus Thüringen und anderen Bundesländern, Österreich und der Schweiz kamen hier zusammen. Angesichts sinkender Zahlen an Schäfereibetrieben und anhaltend niedriger Preise für heimische Wolle diskutierten sie neue Wege für eine zukunftsfähige regionale Wollwirtschaft. Mit der Wollwerkstatt will das Projekt Weidewonne neue Impulse für eine faire und nachhaltige Wollnutzung setzen und damit das Schäfereihandwerk in Thüringen und darüber hinaus stärken.
„Unser Ziel ist es, Wolle wieder als das sichtbar zu machen, was sie ist: ein wertvoller, nachhaltiger Rohstoff von nebenan,“ sagt Stefanie Schröter, Projektleiterin von Weidewonne bei der Naturstiftung David. „Dafür braucht es Austausch, Kreativität und neue Kooperationen zwischen Schafzucht, Verarbeitung, Design und Vermarktung. Genau das wollen wir mit unserer Wollwerkstatt schaffen, um die Wertschöpfung rund um heimisch Wolle zu fördern.“
Jens Philippi, Geschäftsführer der eigengut OHG und einer der Referenten der Wollwerkstatt, bringt es auf den Punkt: „Erst wenn Nachhaltigkeit sich verkauft, wird sie zur Realität“.
Impulse aus Praxis und Kommunikation
Eröffnet wurde der Tag mit einem Impulsvortrag zu der Frage, wie regionale Wolle durch authentisches Storytelling und Social-Media-Kommunikation mehr Aufmerksamkeit gewinnen kann. Anschließend gaben drei Fachreferierende aus den Bereichen Rohwollgewinnung, Kommunikation und Produktentwicklung praxisnahe Einblicke in ihre Themenfelder und aktuelle Herausforderungen. Am Nachmittag erarbeiteten die Teilnehmenden in Werkstattrunden konkrete Ideen dazu. Dabei entstand eine Vielzahl an Ansätzen, wie regionale Wolle sichtbarer gemacht und wirtschaftlich besser genutzt werden kann. Zur besseren Vernetzung konnten auf einem „Markt der Möglichkeiten“ auch eigene Projekte, Produkte oder Ideen vorgestellt und passende Partner gewonnen werden.
Die Ergebnisse der Werkstatt sollen in die weitere Arbeit des Weidewonne-Netzwerks einfließen, insbesondere in die Entwicklung neuer Produktideen und Kommunikationsstrategien sowie Optimierungen bei der Gewinnung und Weiterverarbeitung von Rohwolle.
Hintergrund: Wolle als Rohstoff mit Zukunft
Heimische Wolle ist ein vielseitiger, nachwachsender Rohstoff, der jedoch häufig unter Wert gehandelt wird. Oftmals decken die Erlöse nicht einmal die Schurkosten. Dabei hat Wolle das Potenzial als Rohstoff für viele – teils innovative – Produkte: von Dämmstoffen über Matratzen und Geotextilien bis hin zu hochwertiger Kleidung. Das Projekt Weidewonne setzt sich dafür ein, regionale Wertschöpfungsketten in der Wollverarbeitung aufzubauen, Produkte aus heimischer Wolle zu fördern und Schäfereien bei der Vermarktung ihrer Leistungen zu unterstützen.
Über Weidewonne
Weidewonne ist ein Unterstützungsnetzwerk für Thüringer Schäfereibetriebe, die durch ihre Landschaftspflege wertvolle Beiträge für den Naturschutz leisten. Das Projekt wird von der Naturstiftung David betreut und im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert. Die gleichnamige Marke dient als Label für die Vermarktung von Lammfleisch und Wolle aus Thüringen und wurde 2014 vom Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie, Naturschutz und Forsten initiiert, das das Projekt ebenfalls unterstützt.
Kontakt für Presserückfragen:
Naturstiftung David, Melanie Kleinod, Telefon: +49 361 710 129-22 | +49 152 09 872 603, melanie.kleinod@naturstiftung-david.de